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EssilorLuxottica zeigt in Paris neue Perspektiven für das Myopie-Management
Wie sieht das Myopie-Management der Zukunft aus?
Antworten auf diese Frage erhielten internationale Medienvertreter aus Europa,
Nord- und Südamerika sowie Asie im Juli auf einer mehrtägigen Fachveranstaltung
von von EssilorLuxottica in Paris. Höhepunkt des Programms war der Besuch des
LabEx (Laboratory of Excellence), wo aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse
zur Myopie, neue Ansätze der personalisierten Versorgung sowie die strategische
Weiterentwicklung des Essilor® Stellest®-Ökosystems vorgestellt wurden.

Bereits zum Auftakt machte Arnaud Ribadeau-Dumas, Deputy CEO von EssilorLuxottica, deutlich, dass das Unternehmen die Zukunft der Augenoptik an der Schnittstelle von Medizintechnik, künstlicher Intelligenz und klinischer Forschung sieht. Myopie gilt dabei als eines der drängendsten gesundheitlichen Probleme der kommenden Jahrzehnte. Ziel sei es, Kinder nicht nur mit einer Sehkorrektur zu versorgen, sondern die Myopie möglichst frühzeitig zu erkennen, ihren Verlauf zu verlangsamen und langfristig individuell zu begleiten.
Während der Veranstaltung erhielten die Teilnehmer Einblicke in verschiedene Stationen des Myopie-Managements – von Prävention und Früherkennung über wissenschaftliche Forschung bis hin zur praktischen Versorgung im augenoptischen Fachgeschäft. Besuche im LabEx, in den Innovationszentren von EssilorLuxottica sowie im French Institute of Myopia verdeutlichten den interdisziplinären Ansatz des Unternehmens.
Vom Brillenglas zur personalisierten Therapie
Balthazar Masurel, Global Category Director Myopia Management bei EssilorLuxottica, erläuterte zunächst, warum Myopie heute nicht mehr ausschließlich als Brechungsfehler, sondern als komplexe Erkrankung verstanden wird, deren Entstehung durch genetische, biologische und Umweltfaktoren beeinflusst wird. Je früher eine Myopie beginnt, desto höher ist das Risiko einer späteren hohen Myopie und damit verbundener Augenerkrankungen.
Anschließend zeigte Olga Prenat, Global Medical & Professional Affairs Director Myopia Management, wie sich mehr als 45 Jahre Forschung, die H.A.L.T.-Technologie, klinische Evidenz und mittlerweile über 80 wissenschaftliche Publikationen in konkrete Versorgungskonzepte für Augenoptiker übersetzen lassen. Beide machten deutlich, dass sich das Myopie-Management zunehmend von einer klassischen Sehkorrektur zu einer langfristigen, evidenzbasierten Therapie entwickelt.
Neue Erkenntnisse aus Neurowissenschaft und Lichtforschung
Einen Blick in die Zukunft der Myopie-Forschung gewährte Dr. Sébastien Fricker, Director Research bei EssilorLuxottica. Er präsentierte neue Erkenntnisse aus der Neurobiologie, nach denen die Netzhaut Defokus nicht lediglich wahrnimmt, sondern aktiv interpretiert. Dieses Verständnis könnte künftig dazu beitragen, Brillengläser noch gezielter auf individuelle biologische Voraussetzungen abzustimmen. Digitale Zwillinge ("Digital Twins") eröffnen darüber hinaus die Möglichkeit, Krankheitsverläufe zu simulieren und die individuell geeignetste Versorgung bereits vor Therapiebeginn vorherzusagen.
Über den Einfluss von Licht auf die Entstehung und Entwicklung der Myopie sprach anschließend Dr. Coralie Barrau, Senior Scientist bei EssilorLuxottica. Sie machte deutlich, dass derzeit lediglich der tägliche Aufenthalt von mindestens zwei Stunden im Freien wissenschaftlich gesichert empfohlen werden kann. Weitere Faktoren wie Lichtintensität, Spektralzusammensetzung und zirkadiane Rhythmen gelten als vielversprechende Forschungsansätze, für deren klinische Anwendung jedoch noch weitere Evidenz erforderlich ist.
Von der Forschung in die augenoptische Praxis
Wie wichtig Aufklärung und frühzeitige Prävention sind, zeigt außerdem die „Eye Star Mission“. Das auf Essilor® Stellest® basierende Lerntool vermittelt Kindern auf spielerische Weise, wie Kurzsichtigkeit entsteht und fortschreitet und wie Essilor® Stellest® Brillengläser diesen Prozess verlangsamen können. Gemeinsam mit ihren Eltern erleben die Kinder in einem interaktiven Lernparcours die Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung, regelmäßiger Kontrollen und eines konsequenten Myopie-Managements. Das Programm verdeutlicht, wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich und praxisnah in die Beratung von Familien übertragen lassen.
Wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse in die augenoptische Praxis übertragen lassen, zeigte Dr. Alicia Thompson, international anerkannte Expertin für Kinderoptometrie. Sie erläuterte, warum Kinderfassungen weit mehr als ein modisches Accessoire sind: Passform, Stabilität, Tragekomfort und die individuelle Anpassung an die Gesichtsmerkmale des Kindes seien entscheidend für den Therapieerfolg und eine möglichst hohe tägliche Tragedauer. Ergänzend stellte Marta Peroni, Product Manager bei EssilorLuxottica, das Konzept der Essilor® Stellest® Glasses vor – eine aufeinander abgestimmte Komplettlösung aus Brillenfassung und Stellest® Brillengläsern. Entscheidend seien dabei nicht nur optische Eigenschaften, sondern auch Passform, Stabilität, Tragekomfort und eine hohe Akzeptanz bei Kindern, um möglichst lange tägliche Tragezeiten zu erreichen. Ebenso wichtig sei eine sorgfältige Anpassung der Fassung an die individuellen Gesichtsmerkmale des Kindes.
Den Ausblick auf die Zukunft lieferte schließlich PREMYOM – eines der ambitioniertesten europäischen Forschungsprojekte im Bereich Myopie. David Rio, Scientific Director des PREMYOM-Konsortiums, erläuterte, wie große klinische Datenbanken, neue Biomarker, digitale Vorhersagemodelle und individualisierte Brillenglasdesigns künftig die Grundlage einer Präzisionsmedizin in der Myopie-Versorgung bilden sollen. Das von EssilorLuxottica koordinierte Konsortium vereint sechs Partner aus Wissenschaft, Medizin und Industrie und verfolgt das Ziel, neue Standards für eine personalisierte Versorgung kurzsichtiger Kinder zu etablieren.
Mit der Veranstaltung im LabEx machte Essilor deutlich, dass sich das Myopie-Management von einer einzelnen Produktlösung zu einem umfassenden, wissenschaftlich fundierten Versorgungskonzept entwickelt. Für Augenoptiker eröffnet dies neue Möglichkeiten, Kinder und ihre Familien auf Basis aktueller Forschung langfristig, evidenzbasiert und individuell zu begleiten.
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