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KGS: Frühjahr bringt Sehschwächen ans Licht
Die Tage werden länger, die Sonne gewinnt an Kraft. Mit dem helleren
Licht fallen kleine Sehschwächen plötzlich stärker auf: Straßenschilder
wirken unschärfer, längeres Lesen oder Arbeiten am Bildschirm strengt
mehr an. Was im Winter kaum wahrnehmbar war, springt jetzt ins Auge. Das
Frühjahr ist daher ein sinnvoller Zeitpunkt, die eigene Sehleistung
überprüfen zu lassen, rät das Kuratorium Gutes Sehen (KGS).

Knapp zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland tragen eine Brille oder Kontaktlinsen. Gleichzeitig gehören Computer, Tablet und Smartphone für die meisten Menschen längst zum Alltag: Mehr als neun von zehn Personen ab 16 Jahren nutzen täglich digitale Endgeräte. Da sich Veränderungen der Sehschärfe meist schleichend entwickeln, bleiben sie im Alltag lange unbemerkt. Ein kurzer Seh-Check schafft Klarheit.
1. Mehr Licht zeigt Details und Sehdefizite
Helles Tageslicht verbessert die Wahrnehmung. Vorausgesetzt, Brille oder Kontaktlinsen korrigieren noch optimal. Hat sich die Fehlsichtigkeit verändert, treten Unschärfen deutlicher hervor. Zum Beispiel dann, wenn die Schrift auf dem Handy verschwommen wirkt oder die Speisekarte im Straßencafé erst mit Abstand lesbar wird.
2. Digitale Belastung wirkt nach
Viele Stunden vor Monitoren und Smartphones belasten Augen und Nacken gleichermaßen. Dauerhafte Naharbeit kann dazu führen, dass sich Sehdefizite durch müde oder gereizte Augen, Verspannungen oder Kopfschmerzen bemerkbar machen. Solche Beschwerden werden zunächst oft auf Stress oder zu wenig Schlaf zurückgeführt. Spezielle Bildschirmbrillen sind auf die Arbeit am Monitor abgestimmt und sorgen für entspannteres Sehen sowie eine natürlichere Kopf- und Körperhaltung. Jeder fünfte Brillenträger, der einen Computer nutzt, trägt inzwischen eine solche Bildschirmbrille.
3. Sicherheit bei Tempo und Hell-Dunkel-Kontrasten
Mit Beginn der Outdoor-Saison steigen die Anforderungen an das Sehen. Beim Radfahren, Wandern oder im Straßenverkehr wechseln Licht und Schatten häufig innerhalb kürzester Zeit. Das Auge muss sich dabei ständig neu anpassen. Gerade bei höherem Tempo entscheiden Sekunden. Wer nicht optimal sieht, erkennt Schilder, Markierungen oder Hindernisse möglicherweise zu spät, wodurch das Unfallrisiko steigt.
„Gutes Sehen ist für die Sicherheit im Straßenverkehr besonders wichtig“, sagt Dr. Wolfgang Wesemann, ehemaliger Direktor der Höheren Fachschule für Augenoptik Köln und langjähriger Berater des KGS. „Wenn man ein Kfz-Kennzeichen aus 30 Metern Entfernung – das sind etwa sechs parkende Autos – mit dem linken oder rechten Auge nicht erkennen kann, sollte man seine Augen überprüfen lassen.“
Häufigkeit des Augen-Check-ups richtet sich nach Alter und Beschwerden
Für Kinder und Jugendliche gilt: Bei Kurzsichtigkeit oder Auffälligkeiten empfiehlt sich eine jährliche Überprüfung, bei unauffälligem Sehen in der Regel ein Sehtest alle drei Jahre. Erwachsene bis ca. 40 Jahre sollten ihre Augen bei beschwerdefreiem Sehen ebenfalls alle drei Jahre kontrollieren lassen. Zwischen 40 und 60 Jahren sind Kontrollen alle zwei Jahre sinnvoll, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Ab 60 Jahren wird ein jährlicher Check empfohlen. Treten Beschwerden auf, sollte die Sehleistung unabhängig vom Alter zeitnah beim Augenoptiker oder Augenarzt geprüft werden.
Weiterführende Informationen
- Allensbach-Brillenstudie 2024/25: www.sehen.de/presse/pressemitteilungen/zahlen-fakten/allensbach-brillenstudie-2024-25/
- Pressemitteilungen zu Seh-Gesundheit: www.sehen.de/presse/pressemitteilungen/seh-gesundheit-und-technik/
- Pressemitteilungen zu Sehen am Bildschirmarbeitsplatz: www.sehen.de/presse/pressemitteilungen/sehen-am-bildschirmarbeitsplatz/
- Pressemitteilungen zum Sehen im Straßenverkehr: www.sehen.de/presse/pressemitteilungen/sehen-im-strassenverkehr/
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