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Individualisierung endet nicht beim Glas
Mit LocalFrame.Works erweitert pricon sein Portfolio um ein Angebot, das es Augenoptikern ermöglicht, Brillenfassungen direkt im eigenen Geschäft individuell herzustellen, passgenau, farblich personalisiert und für Kunden sichtbar. Optikernetz sprach mit Matthias Köste, Geschäftsführer pricon GmbH & Co. KG.

Individualisierung ist in der Augenoptik längst Alltag, zumindest dann, wenn es um die Jagd nach der besten Abbildung geht. Zentrierparameter, individuelle Glasdesigns, biometrische Daten: technisch ist heute mehr möglich denn je. Auf Kundenseite allerdings bleibt vieles davon abstrakt. Kunden können oftmals die Feinheiten komplexer Glasdesigns nicht nachvollziehen, und das müssen sie auch nicht. Wichtig ist am Ende, dass sie „einfach nur“ gut sehen können.
Was Kunden aber sehr wohl verstehen, ist Individualität, die sichtbar und erlebbar wird. Studien zeigen: Personalisierte Produkte steigern nicht nur die Zahlungsbereitschaft, sondern auch die emotionale Bindung. Menschen schätzen Unikate, besonders dann, wenn sie Teil des Entstehungsprozesses sind.
Mit LocalFrame.Works erweitert pricon sein Portfolio um ein Angebot, das es Augenoptikern ermöglicht, Brillenfassungen direkt im eigenen Geschäft individuell herzustellen, passgenau, farblich personalisiert und für Kunden sichtbar. Möglich macht das ein 3D-Drucksystem auf Basis modernster DLP-Technologie*, das speziell für die Anforderungen der Augenoptik entwickelt wurde.
Das Besondere: Hier geht es um eine neue alte Rolle des
Augenoptikers.
Unter dem Motto „Endlich wieder Brillenmacher“ rückt LocalFrame.Works einen
Aspekt in den Fokus, der im zunehmend technisierten Berufsalltag oft in den
Hintergrund gerät: Gestaltung, Handwerk, sichtbare Wertschöpfung.
In einer Zeit, in der sich der Beruf mit guten Gründen immer stärker in Richtung Optometrie entwickelt, scheint zugleich der Wunsch nach etwas Greifbarem zu wachsen. Nach etwas, das Kunden unmittelbar verstehen: Diese Brille entsteht hier. Für mich. Jetzt.

Was hinter dem Konzept steckt, warum es sich deutlich von bisherigen 3D-Drucklösungen unterscheidet und welche Chancen es für inhabergeführte Augenoptikbetriebe bietet, erklärt Matthias Köste, Geschäftsführer Optikernetz sprach mit Matthias Köste, Geschäftsführer pricon GmbH & Co. KG, im Gespräch mit optikernetz.de.
optikernetz.de: Wie kam es dazu, dass Sie jetzt einen 3D-Drucker anbieten? Was ist die Geschichte hinter dem Produkt?
Matthias Köste: Als ich das System von Genera aus Wien gesehen habe, habe ich gedacht: Das ist die Zukunft: Ein durchdachtes Fertigungssystem, das Optikern ermöglicht, Fassungen in Premiumqualität selbst herzustellen – mit transparenten Farben, brillanten Oberflächen, MDR-konform. Die Idee, eine echte „gläserne Werkstatt" direkt im Verkaufsraum zu etablieren, hat mich sofort überzeugt.
Es gibt bereits 3D-Drucker in der Augenoptik. Was ist das Besondere an diesem?
Die meisten Systeme in der Augenoptik arbeiten mit Pulver. Das Ergebnis: körnige Oberflächen, keine Transparenz, eingeschränkte Farbbrillanz. Das Genera-System hingegen nutzt ein spezielles Photopolymer und DLP-Technologie der neusten Generation. Das Resultat sind 1A-Acetat-Fassungen – inklusive transparenter und transluzenter Varianten. Das ist am Markt einzigartig.
Dazu kommt das Farbmischsystem C1: über zwei Millionen Farben, aus wenigen Grundkomponenten gemischt – und das direkt im Geschäft.
Der Kunde sagt: „Das Grün meiner Lieblingsjacke" und der Optiker kann es gleich umsetzen.

Ein weiterer entscheidender Punkt: Unser Technologiepartner Genera | Mission Eyewear stellt sicher, dass alle relevanten Normen für das System, das Material und die zur Verfügung gestellten Designs erfüllt und entsprechend der MDR dokumentiert sind. Optiker nutzen die freigegebenen Designs innerhalb definierter Parameter – damit sind sie Anwender und Händler, nicht Hersteller im regulatorischen Sinn. Das erspart mühsame Bürokratie und rechtliche Unsicherheit.
Ihr Slogan ist „Endlich wieder Brillenmacher“. Fehlen die Handwerker? Haben Sie einen Wunsch nach „back to the roots” verspürt?
Es geht nicht um ein nostalgisches Zurück. Die Entwicklung zur Optometrie ist wichtig und richtig – aber sie allein löst nicht das Differenzierungsproblem im Markt.
Was ich in der Branche gespürt habe, ist eine tiefe Sehnsucht nach Sichtbarkeit. Augenoptiker wollen zeigen können, warum es sich lohnt, zu ihnen zu kommen. Optometrische Dienstleistungen sind dabei eine sehr gute Möglichkeit. Doch die Fertigung einer Fassung im eigenen Geschäft ist maximal sicht- und greifbar. Kunden erleben nicht nur die Auswahl, sie sehen die Entstehung ihrer Brille mit. Das schafft Faszination, Vertrauen und echte Kundenbindung.
„Endlich wieder Brillenmacher" heißt: Wir geben den Augenoptikern ein Werkzeug, mit dem sie zeigen können, was sie wirklich besonders macht.
Ist der Optiker wirklich wieder Brillenmacher – oder ist es die moderne Version davon?
Beides. Und das ist kein Widerspruch.

Der traditionelle Brillenmacher hat mit den Mitteln seiner Zeit gearbeitet – Handwerkzeug, Erfahrung, Geduld. Der moderne Brillenmacher arbeitet mit digitaler Technologie, Präzisionsmaschinen, intelligentem Workflow. Der Kern bleibt: Es wird ein Einzelstück für einen konkreten Menschen gefertigt – nicht für einen anonymen Markt.
Die Rollenverschiebung, die ich sehe, ist spannend: weg vom reinen Anbieter industrieller Fassungen mit fremden Markennamen, hin zum kuratierenden Gestalter mit eigener Fertigungskompetenz. Augenoptiker sind so nicht Bediener einer Maschine – sie sind Dirigenten eines Prozesses. Sie wählen, beraten, passen an und haben so die Wertschöpfungskette in der Hand.
Wenn Kunden zusehen, wie die eigene Fassung Schicht für Schicht entsteht, fragen sie nicht: „Ist das noch echtes Handwerk?" Sie denken: „Das ist meine Brille, und sie entsteht gerade extra für mich." Jeder Mensch ein Unikat, jede Brille auch.
Für wen ist LocalFrame.Works das Richtige?
Für inhabergeführte Augenoptik-Fachgeschäfte, die sich bewusst als anders, modern, individuell positionieren möchten. Die ihren Kunden etwas bieten wollen, was standardisierte Anbieter vermutlich nicht leisten wollen. Und die offen sind, die Chancen der Technik für sich zu nutzen.
Interessant ist auch das betriebswirtschaftliche Bild: Ohne klassische Lagerhaltung entfällt die Kapitalbindung in Ware, die vielleicht nie verkauft wird. Individuelle Fertigung und Manufaktur-Positionierung ermöglichen höhere Margen. Schon wenige Fassungen monatlich reichen, damit sich das System wirtschaftlich selbst trägt. Den Marketingeffekt einmal außen vorgelassen.
Herr Köste, vielen Dank für das Interview.
Weiterführende Informationen: https://localframe.works/
* Digital Light Processing (DLP) ist ein Verfahren zum Kunstharz-3D-Druck, das statt eines Lasers einen Lichtprojektor verwendet.
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