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Besprechungskreis Kirche-Handwerk: Seit 60 Jahren Impulsgeber
Eine gemeinsame Standortbestimmung zu Aufgaben und Schwerpunkten der kommenden
Jahre stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens des Zentralen Besprechungskreises Kirche-
Handwerk am 19. bis 20. Januar 2026 in Braunschweig. Der Kreis feiert 2026 sein 60-jähriges
Bestehen.

Was entsteht, wenn Glaube auf Handwerk trifft und dieser Dialog über Jahrzehnte hinweg
lebendig bleibt? Eine Partnerschaft, die trägt, Orientierung gibt und gesellschaftliche
Verantwortung übernimmt. Genau dafür steht der Zentrale Besprechungskreis Kirche-
Handwerk, der 2026 in Braunschweig nicht nur zu seiner jährlichen Sitzung zusammenkommt,
sondern zugleich ein besonderes Jubiläum begeht: Seit 60 Jahren pflegen
die Kirchen und das Handwerk in diesem Gremium einen kontinuierlichen, vertrauensvollen
Austausch über wirtschaftliche, gesellschaftliche und sozialpolitische Fragen.
Im rund dreißigköpfigen Besprechungskreis diskutieren hochrangige Vertreterinnen und
Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche mit Delegierten des Handwerks
über Themen, von gemeinsamem Interesse. Dazu gehören derzeit beispielsweise die zunehmend
erschwerten Standortbedingungen des Handwerks durch überbordende bürokratische
Pflichten, hohe Energiepreise sowie Steuer- und Abgabenlasten. Kirchen und
Handwerk fordern gemeinsam von der Politik mutige Reformen, um den Arbeitsmarkt
und die Sozialsysteme zu stärken.
Ausgangspunkt der Beratungen des Besprechungskreises
ist stets das gemeinsame christliche Wertefundament.
„Ich bin dankbar und stolz, dass es diesen Besprechungskreis seit nunmehr 60 Jahren
gibt und wir immer wieder neue Mitwirkende gewinnen. Getragen von gemeinsamen
Werten und der Überzeugung, dass der Mensch im Mittelpunkt steht, wollen wir auch
künftig Impulse für gesellschaftliches Engagement setzen und den Dialog zwischen
Handwerk und Kirchen festigen“, betonte Karl-Sebastian Schulte, Geschäftsführer des
Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

In Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung und politischer Extreme komme es mehr denn je darauf an, eine klare Haltung für Weltoffenheit, Toleranz und Vielfalt im Handwerk vorzuleben, so der Vorsitzende des Besprechungskreises. In seiner diesjährigen Sitzung in Braunschweig richtete der Besprechungskreis den Blick mit einer gemeinsamen Standortbestimmung bewusst nach vorne. Ziel war es, die Arbeitsweise des Gremiums zu reflektieren und thematische Prioritäten zu setzen.
Josef Holtkotte, Weihbischof im Erzbistum Paderborn, unterstreicht: „Dass Kirche und Handwerk zusammengehören, erlebe ich in diesem Besprechungskreis. Durch meine langjährige Teilnahme in diesem Kreis weiß ich, wie fruchtbar sich diese Institutionen unterstützen und ergänzen. Es ist gut, dass wir hier in Braunschweig das 60. Jubiläum des Besprechungskreises nutzen, um über unser gemeinsames Engagement zu beraten: Die Herausforderungen der Gesellschaft nehmen zu. In Zukunft braucht es daher so nötig wie selten zuvor ein solches Forum zum vertrauensvollen Austausch zwischen Kirchen und Handwerk.“ Auch Bischof Thomas Adomeit von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg hält die Stärkung der Rolle von Kirchen und Handwerk als Impulsgeber gesellschaftlichen Engagements für entscheidend: „Kirche und Handwerk sind nah bei den Menschen – in Stadt und Land, im Alltag, in den Betrieben und Gemeinden. Gerade deshalb können wir gemeinsam Vertrauen stärken, Mut zur Verantwortung wecken und unserer Demokratie dienen. Der Zentrale Besprechungskreis ist dafür seit 60 Jahren ein verlässlicher Ort: damit aus gemeinsamen Werten spürbarer Zusammenhalt wächst – für gute Arbeit und Ausbildung, für Nachhaltigkeit und den Schutz der Schöpfung.“ Der Besprechungskreis habe in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Handlungsfelder gemeinsam adressiert, vom Klimaschutz über Nachhaltigkeit bis hin zur generationengerechten Gestaltung der Sozialsysteme sowie dem klaren Bekenntnis zur freiheitlich- demokratischen Grundordnung unseres Gemeinwesens, so Detlef Bade, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade: „Seit 60 Jahren setzt der Besprechungskreis genau hier an: Er verbindet wirtschaftliche Realität mit einem klaren Wertekompass. In Zeiten von schwierigen Rahmenbedingungen, hohen Kosten und wachsender gesellschaftlicher Polarisierung ist dieser Schulterschluss wichtiger denn je, um gemeinsam für faire, zukunftsfeste und demokratische Strukturen und Arbeitsbedingungen einzutreten. Der Dialog mit den Kirchen hilft uns, wirtschaftliche und betriebliche Herausforderungen nicht isoliert zu betrachten, sondern mit Blick auf Verantwortung, Solidarität und christliche Werte zu gestalten.“
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