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Was das Sehen über Demenz verrät
Neue Studien zeigen: Sehschwäche im Alter ist ein Risikofaktor für Demenz.

Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im August 2025 in der Fachzeitschrift PNAS, zeigt, dass sich bereits an natürlichen Augenbewegungen subtile Unterschiede im Gedächtnisstatus ablesen lassen. Ob junge Erwachsene, gesunde Ältere, Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen oder Patienten mit Amnesie – die Analyse der Blickmuster offenbarte deutliche Unterschiede.
Die Forschenden wiesen nach, dass unser Blickverhalten eng mit der Gedächtnisleistung verknüpft ist. Weniger explorative Augenbewegungen oder ein stärkeres Fixieren bestimmter Bildbereiche könnten frühe Anzeichen kognitiver Veränderungen sein. Damit eröffnen sich neue Wege für die Früherkennung von Demenz.
Eine wachsende Herausforderung in einer alternden Gesellschaft
In Deutschland leben derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, die allermeisten von ihnen sind älter als 65 Jahre. Eine Heilung ist bislang nicht möglich. Doch die Forschung zeigt, dass ein großer Teil der Erkrankungen durch Prävention verzögert oder sogar verhindert werden könnte.
Die Lancet-Kommission hat inzwischen 14 Risikofaktoren für eine Demenzerkrankung identifiziert. Zuletzt wurden 2024 zwei neue Risikofaktoren in die Liste der modifizierbaren Auslöser aufgenommen: Sehverlust im höheren Alter und erhöhtes LDL-Cholesterin im mittleren Lebensalter. Zu den weiteren Faktoren gehören Hörverlust, Bluthochdruck, Bewegungsmangel und soziale Isolation.
Sehverlust als vermeidbarer Risikofaktor
Wird eine Sehschwäche nicht korrigiert, drohen soziale Isolation, weniger geistige Anregung und dadurch eine zusätzliche Belastung für das Gehirn. Schätzungen zufolge könnte eine konsequente Versorgung mit Brillen oder vergrößernden Sehhilfen das Risiko für Demenz um rund 2 % senken.
Die neue PNAS-Studie bestätigt eindrücklich, wie eng Sehen, Blickverhalten und Gedächtnisleistung miteinander verwoben sind. In Kombination mit den jüngsten Erkenntnissen zu Sehverlust als Risikofaktor wird deutlich: Augenoptiker tragen einen wichtigen Teil zur Demenzprävention bei.
Durch regelmäßige Sehtests können sie Veränderungen frühzeitig erkennen und ausgleichen. Mit passenden Sehhilfen, von Brillen über Kontaktlinsen bis zu vergrößernden Hilfen, tragen sie dazu bei, Lebensqualität und geistige Aktivität zu sichern.
Zudem können sie ihre Kunden für den Zusammenhang zwischen Sehvermögen und kognitiver Gesundheit sensibilisieren.
Welt-Alzheimer-Tag: Aufmerksamkeit schaffen
Am 21. September findet der Welt-Alzheimer-Tag statt. Er bietet Augenoptikern die Chance, das Thema öffentlich sichtbar zu machen – etwa mit Informationsflyern, Beratungstagen oder Aktionen in den sozialen Medien. So kann die Branche nicht nur die eigene Kompetenz hervorheben, sondern auch einen aktiven Beitrag zur Gesundheitsaufklärung leisten.
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