01.10.2014 News
Ein Kollege ließ den Firmennamen seines Einzelunternehmens notariell ins Handelsregister eintragen. Ihm war klar, dass er vom Notar und von der zuständigen Oberjustizkasse Hamm Rechnungen erhalten würde.  Dass aber gleich zwei Tage nach dem Notartermin fünf Rechnungen ins Haus schneiten, irritierte ihn doch sehr. Er griff kurzerhand zum Hörer und informierte die Optikernetz-Redaktion.Zum Hintergrund: Der Eintrag ins Handelsregister ist für Einzelunternehmer eine reine Formalie, um einen gewünschten „Phantasienamen“ rechtmäßig führen zu dürfen oder einen Firmennamen an einen Nachfolger übertragen zu können. Dadurch wird das Einzelunternehmen freiwillig ein eingetragener Kaufmann (e.K.). So kann der Einzelunternehmer oder ein zukünftiger Nachfolger eine von der Vorgabe „Kombination aus Berufsbezeichnung und eigenem Familiennamen“ abweichende Bezeichnung rechtssicher führen.Durch seine Augenoptikerinnung wurde der Kollege bereits vorgewarnt, dass Trittbrettfahrer Eintragungen ins Handelsregister regelmäßig nutzen, um kostenpflichtige Einträge in mehr oder weniger seriöse Branchenregister zu offerieren. Die entsprechenden drei „plumpen“ Schreiben waren schnell identifiziert.Anders sah es mit zwei höchst offiziell wirkenden Schreiben aus, die dem Kollegen zunächst nur komisch vorkamen, weil beide des Corporate Design der Bundeseinrichtungen (Bundesadler mit vertikaler Linie in Schwarz-Rot-Gold) abweichend „interpretierten“. Gut, dass es auch diese beiden Anschreiben direkt aussortierte.Verlangen jene Anbieter doch 386,97 Euro bzw. 761,09 Euro, die mit angefügten Überweisungsträgern zeitnah zu begleichen seien. Einer der beiden Anbieter führt irreführend zudem einen behördlich wirkenden Namen für sein „Register“ und verrät sich erst beim genaueren Hinsehen durch den Überweisungsträger. Die eingedruckte IBAN beginnt nicht mir „DE“ sondern „BG“. So wird also auch noch die SEPA-Umstellung heimtückisch als Nebeneffekt mit ausgenutzt. Ebenfalls ziemlich gemein: Der Umschlag wirkt mit aufgedruckten Logos von fiktiven Initiativen bzw. Kampagnen („Kulturelle Bildung“, „Deutsche Wirtschaft 2014“) wie aus offizieller Hand.Das Schreiben der Oberjustizkasse erreichte den Augenoptiker einen Tag später. Zusammen mit den Notargebühren zahlt er nur einen geringen dreistelligen Euro-Betrag, der ihm im Vorfeld auch angekündigt wurde.Optikernetz wird den Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität informieren und Sie über weitere Entwicklungen auf dem Laufenden halten.
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Newsübersicht
30.09.2014 News
Der Zentralverband der Augenoptiker erneuert anlässlich der Verkehrsminister-Konferenz, die am 1. und 2. Oktober in Kiel abgehalten wird, seine Forderung zur Einführung eines verpflichtenden, regelmäßigen und altersunabhängigen Wiederholungssehtestes für alle Inhaber eines Führerscheins nach der Fahrerlaubnisverordnung (FeV).Verschiedene Auswertungen von Verkehrsunfällen und Studien belegen, dass nicht zuletzt angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland die Notwendigkeit eines verpflichtenden Wiederholungssehtestes steigt. Zudem zeigen die Erfahrungen und die Ergebnisse der täglichen Augenprüfungen der Augenoptiker, dass in Anbetracht der unterschiedlichen Fehlsichtigkeiten und deren Zunahme in der gesamten Bevölkerung, eine regelmäßige Prüfung der Sehleistung auch unabhängig vom Alter des Führerscheininhabers eingeführt werden muss.In Deutschland nimmt die Zahl der Kurzsichtigkeiten (Myopien) aus verschiedenen Gründen zu. Eine Myopie entwickelt sich meistens in der Jugend und verstärkt sich oft bis zu einem Alter von bis zu 28 Jahren. Seitdem der Modellversuch „Begleitetes Fahren ab 17“ ins Dauerrecht übertragen wurde, können Jugendliche bereits mit 15 oder 16 Jahren den Führerscheinsehtest machen – und sich mit einer sich entwickelnden Myopie und einer unzureichenden Sehleistung ans Steuer setzen. Auf der anderen Seite haben Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes ergeben, dass über 64-jährige Pkw-Fahrer, die in einen Unfall verwickelt waren, zu 67 Prozent die Hauptschuld an dem Unfall trugen. Bei den mindestens 75-Jährigen wurde sogar drei von vier unfallbeteiligten Pkw-Fahrern die Hauptschuld am Unfall zugewiesen.In Hamburg sind in der Zeit von 2006 bis 2011 die Verkehrsunfälle mit Seniorenbeteiligung um knapp 44 Prozent gestiegen. Hauptverursacher waren zu fast 62 Prozent Senioren. Im Vergleich zu den Verkehrsunfällen ohne Beteiligung von Senioren endeten die Unfälle häufiger mit einem Personenschaden (Verkehrsberichte der Stadt Hamburg 2010, 2011).Die Unfallursachen bei von Senioren verursachten Verkehrsunfällen deuten laut Statistischem Bundesamt dabei eher auf altersbedingte Einschränkungen der Wahrnehmungsfähigkeit als auf leichtsinniges Verhalten hin. Für ZVA-Präsident Thomas Truckenbrod ist das keine Überraschung: „Ab einem Alter von etwa 60 Jahren lassen nachweislich Sehfunktionen wie die Tagessehschärfe, das Kontrastsehen oder das Dämmerungssehen nach. Das ist an sich kein Problem, wenn die Sehleistung regelmäßig geprüft und eine Fehlsichtigkeit, die sich entwickelt hat, entsprechend korrigiert wird.“Ein Zeitraum zwischen den Wiederholungsprüfungen von 15 Jahren, wie er vor der Minister-Konferenz genannt wurde, ist jedoch viel zu lang. Neben der Kurzsichtigkeit kann sich auch insbesondere das Sehvermögen von Autofahrern zwischen 40 und 50 Jahren schnell verändern, weil eine zunächst kompensierte leichte Weitsichtigkeit durch die einsetzende „Alterssichtigkeit“ nicht mehr ausgeglichen werden kann. „Die Bereitschaft, mit einem schnellen Sehtest Gewissheit zu bekommen, ist allerdings gerade in dieser Altersgruppe nicht sonderlich ausgeprägt“, erklärt Truckenbrod wohlwissend, dass Brillenträger sensibler mit diesem Thema umgehen und sich im Durchschnitt alle drei Jahre die Augen prüfen lassen.89 Prozent der Deutschen und 86 Prozent der über 60-jährigen in Deutschland befürworten die Einführung eines verpflichtenden Wiederholungssehtestes (tns emnid im Auftrag der ERGO Versicherung, 06/2011), zu dem es keine Alternative gibt, da sich Fehlsichtigkeiten meist schleichend und daher zunächst unbemerkt entwickeln. Deswegen ist die nachlassende Sehkraft ein immenser Risikofaktor für alle Verkehrsteilnehmer, im Besonderen für die älteren Autofahrer.„In 14 EU-Mitgliedsstaaten gibt es bereits Wiederholungssehteste in unterschiedlichen Ausgestaltungen. Der ZVA fordert eine solche Regelung in Deutschland seit vielen Jahren. Ich hoffe auf und appelliere an den gesunden Menschenverstand der Minister, sich diesem Thema ihrer Tagesordnung ganz besonders zu widmen und den regelmäßigen Wiederholungssehtest im Gesetzt zu verankern – im Sinne der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer!“, fordert Truckenbrod.
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