02.09.2014 News
Ein Augenoptiker meldete sich bei der Redaktion. Er könne einer schwierigen Kundin nicht mehr weiterhelfen trotz mehrmaliger Kontrolle und Veränderung der Brille. Auch ein bekannter Kollege hatte vorher vergebens versucht, die Kundin zufriedenzustellen. Nun möchte der Augenoptiker kulanterweise die Brille zurücknehmen und den vollen Kaufpreis erstatten. Seine Frage an uns: „Wie kann ich mir sichergehen, dass keine weiteren Ansprüche mehr gegen mich erhoben werden können?“Gehen wir zunächst davon aus, dass der Augenoptiker freiwillig den Weg der Rücknahme der Brille beschreiten möchte, weil er der Ansicht ist, dass jedenfalls vorwerfbare Mängel, die zu seinen Lasten gehen könnten, nicht vorliegen. Die Kundin kam einfach nicht mit der Brille zurecht, obwohl handwerklich ordnungsgemäß gearbeitet wurde. Gedanklich müsste man hier also von einer persönlichen Unverträglichkeit des Kunden ausgehen. Der Augenoptiker hatte für sich erkannt, die Kundin auch nicht zufriedenstellen zu können.Würde der Augenoptiker dem Kunden gegen Aushändigung der Brille den zuvor erhaltenen Werklohn herausgeben, steht er in der Tat in der Gefahr, wohlmöglich noch im Nachhinein Schadenersatzforderungen des ehemaligen Kunden ausgesetzt zu sein. Die Kundin nämlich könnte theoretisch versuchen, ihre Fahrtkosten geltend zu machen sowie – noch schlimmer – sich bei einem anderen Augenoptiker eine Brille anfertigen und sich die Kosten vom Fragesteller erstatten zu lassen.Deshalb klare Empfehlung an den Kollegen, damit er die Sache ordentlich vom Tisch schaffen kann: Wenn die Kundin im Geschäft erscheint, um die Brille erneut zu beanstanden, sollte mit ihr gemeinsam eine „Rückabwicklungsvereinbarung“ geschlossen werden. Grundsätzlich gibt es keine rechtliche Verpflichtung, von sich aus eine Sonderanfertigung zurückzunehmen, so dass es sich um ein rein kulantes Vorgehen handelt. Dennoch sollte man einem schwierigen Kunden auch hierbei keine unnötigen neuen Angriffspunkte geben. Daher sollte eine solche Vereinbarung unbedingt folgende Aspekte enthalten: Feststellung, dass ein Werkvertrag zu einem bestimmten Datum geschlossen wurdeSpezifizierung der Leistung und des Rechnungsbetrages und weiterer Indizien zum VorgangFeststellung, dass der Werklohn beglichen wurde und das Eigentum an der Brille dem Kunden verschafft wurdeRegelung, dass der Werklohn im Gegenzug zur Rückgabe der Brille erstattet wirdErklärung, dass das Eigentum an der Brille in diesem Zuge auf den Unternehmer übergehtErklärung, dass damit sämtliche mögliche Forderungen gegeneinander erloschen sind Idealerweise gibt es von dieser Erklärung zwei Ausfertigungen, damit beide Parteien ein Original besitzen. Bei einer Ausfertigung geht eine Kopie an die Kundin und das Original bleibt beim Augenoptiker.
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Newsübersicht
01.09.2014 News
Das Bundes-Gesundheitsministerium hat die Warnungen des Zentralverbandes der Augenoptiker (ZVA) in der Neufassung der Medizinprodukteabgabeverordnung (MPAV) nicht berücksichtigt.Deswegen reicht es beim Verkauf von Kontaktlinsen weiterhin aus, einen Informationsdienst wie etwa eine E-Mail-Beratung anzubieten, um Kontaktlinsen vertreiben zu dürfen. Für den Verbraucher eine ebenso bequeme wie gefährliche Möglichkeit, eine Fehlsichtigkeit zu korrigieren.Um ein komfortables und gesundheitlich unbedenkliches Tragen garantieren zu können, müssen die Kontaktlinsen fachmännisch angepasst und der Träger in die Handhabung der Linsen eingeführt werden. Außerdem sollten regelmäßig Funktionskontrollen vorgenommen werden, um auf Veränderungen am Auge reagieren zu können, bevor eine Kontaktlinsenunverträglichkeit entsteht. Jedes Auge ist verschieden, etliche individuelle zu berücksichtigende Parameter müssen in die Auswahl der optimalen Kontaktlinse einfließen. Zwar werden Kontaktlinsen im Allgemeinen zunächst von jedem gut vertragen, trotzdem gibt es aufgrund von fehlender Nachkontrollen sehr viele Fehlsichtige, die wieder auf die Brille umsteigen müssen und leider auch einige, die gesundheitliche Schäden infolge von nicht angepassten Kontaktlinsen erleiden. Der Vertrieb der Linsen über verschiedene Handelswege - ohne Anpassung, Einweisung und ohne regelmäßige Kontrollen - trägt entscheidend zu der Quote der „Aussteiger“ und zu Beeinträchtigungen der Augengesundheit bei.„Die heute geltende Abgabebeschränkung ist aus unserer Sicht völlig unzureichend und schlicht unsinnig. Per E-Mail oder am Telefon ist es unmöglich, die Beschaffenheit der Hornhaut, des Tränenfilms und die sonstigen physiologischen Gegebenheiten des Auges zu beurteilen und daraufhin die perfekte Kontaktlinse zu ermitteln. Insbesondere bei Augen mit einer Hornhautverkrümmung oder bei der Versorgung mit Mehrstärkenkontaktlinsen ist eine Versorgung auf diesem Wege unmöglich sicherzustellen“, sagt Christian Müller, Vize-Präsident des ZVA.Der Augenoptiker prüft zu Beginn einer Anpassung, ob das Tragen von Kontaktlinsen generell möglich ist. Im Rahmen der regelmäßigen Funktionskontrollen stellt er zudem fest, ob das Auge die Linse aufgrund ihres modernen Materials nur toleriert, oder ob es gesund ist und weiter mit den vorhandenen Kontaktlinsen korrigiert werden darf. Andernfalls ist eine Änderung des Linsentyps notwendig, um langfristig komfortabel Kontaktlinsen unbedenklich genießen zu können.
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